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HEALING PHOTOGRAPHY

Kapitel 1:
Eine Geschichte zweier Liebenden

Eine Tragödie führte uns zusammen – Sophia und mich, als mein Vater vor 12 Jahren Selbstmord in ihrem Wohnzimmer beging. Sie war die Tochter der Freundin meines Vaters. 10 Jahre intensive Freundschaft führten uns zusammen von unserer Heimatstadt Gera nach Leipzig. Am 5. Juli 2019 erreichte mich eine erschütternde Nachricht. Sophias Freund beging Selbstmord um 22:44 Uhr. Er erhängte sich. Ab da blieb die Uhr stehen. Diese 14 Fotos zeigen die Geschichte eines Paares, dessen Beziehung in einer Tragödie endete. Jedes einzelne Bild zeigt eine wichtige Mitteilung und jedes Element, welches zu sehen ist, trägt ein Symbol. Nichts ist zufällig, alles ist geplant – so wie er seinen Selbstmord plante. 

Kapitel 2:
26 Jahre, der 26. März und der 26. Mai

„So still, obwohl ich dich mit jedem Tag vermiss
Und wo immer du auch gerade bist
Du zeigst mir, dass Stille jetzt dein Freund geworden ist“ – Still von Jupiter Jones

 

Dieses Lied begleitete mich nach deiner Beerdigung beim Leichenschmaus. Das Gefühl vom Unerwünscht sein, so viel Leid, so viele schlimme Begegnungen, so ein großes schwarzes Loch mit verschwommenen Erinnerungen und doch so ein großes Vermissen, das Suchen nach Antworten und die Verarbeitung meiner Traurigkeit und Leere mit all meinen Fotos. Nur du hast mich zur Fotografie gebracht. Als wolltest du, dass ich meine Leidenschaft finde, meinen Trost darin finde, dich darin finde und mich darin finde. Nichts bleibt, außer (d)ein Shirt und ein paar Fotos, welche ich von Sophia erhalten habe. 

 

Heute bin ich 26 Jahre alt und ich beginne 12 Jahre nach deinem Selbstmord mit der Verarbeitung dieser Geschehnisse mit der Fotografie. Dein Geburtstag und mein Geburtstag, verbunden mit der Zahl 26 – und noch bewahre ich unsere Anonymität.

Kapitel 3:
27 LEERE JAHRE

Alles sollte sich öffnen, Schatten sollte zu Licht werden, Angst zur Überwindung, verdrängte Orte wollten besucht werden und Anonymität sollte zur Öffentlichkeit werden. Mein Drang führte mich in meine Heimatstadt Gera zu meiner Mutter. Ich verbrachte dort 6 Tage mit einer Reise zurück in die Zukunft. Eine Reise aus der Vergangenheit in die Gegenwart, welche die Zukunft prägte. Von endlosen Gesprächen über die Jahre mit meiner Mutter, das Betrachten von alten Habseligkeiten, über den Besuch seines Grabes und meinen Mut, welcher mich in sein vererbtes Haus seiner Mutter trieb, worin heute nur noch ein Gefühl von Leere bleibt. Aber das war nicht genug, sondern ich stieß auf meine Edelsteine, die ich als Kind sammelte und meine Mutter aufbewahrte. Sie sollten eine eigene Zuwendung bekommen und zogen mit mir nach Leipzig. Durch meinen Fable für Esoterik kam mir die Idee: 7 Edelsteine, 7 Chakren, 7 Farben, 7 Körperteile und 7 Fotos. Mit der Vollendung dieses Projektes wurde ich 27 Jahre alt. 

27

LEERE